Tunesien ist das Land mit der am Besten ausgebauten Eisenbahn in Nordafrika.
Die
Geschichte der Eisenbahn bietet faszinierende Einblicke, auch in unsere eigene Vergangenheit.
Die derzeitige Entwicklung Tunesiens und die damit verbundenen Herausforderungen für die Eisenbahn
werfen ein Schlaglicht auf drängende aktuelle Fragen.
Begonnen hat die Eisenbahngeschichte in Tunesien
mit einer vier Kilometer langen Strecke zwischen der Stadt Tunis
und dem Palast des Beys in Bardo.
Daraus entstand in einem historischen Prozeß das heutige Bahnnetz,
das – mit Ausnahme der Vorortbahn TGM – von der
Tunesischen Staatsbahn (SNCFT) betrieben wird.
Der Bestand der SNCFT umfaßt Strecken mit Personenverkehr, mit Güterverkehr,
derzeit nicht betriebene Strecken sowie Strecken mit S-Bahnverkehr.
Die Gliederung entspricht der heutigen Sicht von außen und
weder der internen Sichtweise der SNCFT noch der historischen Entwicklung.
Fernstrecken mit Personen- und Güterverkehr:
Reine Güterstrecken:
Strecken im Bestand ohne Betrieb:
Strecken mit Vorort- oder S-Bahnverkehr:
Wesentliche Schienenstrecken außerhalb des Bestandes der SNCFT
Weitere kurze Strecken im Bestand der SNCFT sind zwar als "Grande Ligne" klassifiziert,
sind aber Stichstrecken für den Güterverkehr.
Sie haben damit eine ähnliche Funktion wie Anschluß- und Hafengleise außerhalb des Bestands der SNCFT,
die das Bahnnetz ergänzen.
Die Linie Tinja – Menzel Bourguiba ist als Abzweig von der Linie
Jedeida – Bizerte
kurz beschrieben,
weiter erwähnenswert sind
Zwei in der Karte verzeichnete Streckenführungen außerhalb des Bestandes der SNCFT verdienen ebenfalls Beachtung:
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Die Strecke
Gabes – Ben Guerdane wurde vor vielen Jahrzehnten geplant und vor
mehr als fünfzig Jahren zwischen Gabes und Medenine im Unterbau fast komplett fertig gestellt.
Vor dem Umsturz hatte Libyen die Finanzierung der gesamten Strecke angeboten,
aber die Errichtung in Normalspur zur Bedingung gemacht.
Bis Medenine ist diese Bahnlinie jetzt wieder in den Plänen zum Ausbau des Netzes enthalten.
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Die Strecke
El Aouinet – Arram ist weitgehend unbekannt.
Sie wurde 1938 als Militärbahn errichtet und war bis mindestens 1942 in Betrieb.
Heute bezeugen zahlreiche Überreste ihre Existenz,
sie selbst ist ein Zeugnis der Geschichte.