Schienen-Tage Fachexkursionen  
  verweisLeitseite Fachexkursionen verweisLeitseite Tunesien verweis Anmeldung und Information verweis Bahnnetz Tunesien
  hier Die Küstenstrecke
Die Küstenstrecke


1882 entstanden die ersten meterspurigen Strecken an der Küste nach Süden. Ausgehend von Hammam Lif, dem südlichen Ende der in Normalspur erbauten Strecken, erreichte die Eisenbahn in mehreren Etappen Sousse und schließlich 1899 Moknine.

1885 wurden beträchtliche Phosphatvorkommen in der Region Seldja entdeckt. Der Minengesellschaft, die spätere "Compagnie des phosphates et des chemins de fer de Gafsa" erhielt eine Bergbaulizenz unter der Auflage zum Abtransport des Phosphates eine Eisenbahn zur Küste zu bauen.

1897 wurde die Strecke Tunis – Hammam Lif von Normal- auf Meterspur umgestellt, auf dem Teilstück bis Jebel Jelloud wurde ein Vierschienengleis für beide Spurweiten verlegt.

1899 wurde die meterspurige Linie Metlaoui – Sfax für die Abfuhr des Phosphats zum Hafen eröffnet. Zwischen Graiba und Sfax ist diese Bahnlinie heute ein Teil der Küstenstrecke.

1911 wurde die Lücke zwischen den beiden meterspurigen Netzen mit der Strecke M'saken – Sfax geschlossen.

Gabes 1916 erreichte die Küstenbahn mit Gabes (links) ihren südlichen Endpunkt.

Mit den genannten Strecken hatte die Küstenbahn bereits vor dem 1. Weltkrieg ihre heutige Ausdehnung erreicht. Es gab zwar zu Beginn des 2. Weltkrieges für einige Jahre eine Militärbahn weiter nach Süden. Sie ist in Vergessenheit geraten, aber Reste der Kunstbauten bezeugen noch heute ihre Existenz. Ferner gibt es seit langer Zeit Pläne für eine Fortführung der Küstenbahn in Richtung Libyen. Sie führten zu einem vor etwa einem halben Jahrhundert weitgehend vollendeten Unterbau bis Medenine. Eine Fortsetzung der Arbeiten ist geplant.

Trotz des zusammenhängenden Bahnnetzes, die technischen Standards im Norden und Süden blieben noch für Jahrzehnte unterschiedlich. Erst als zum 1. Januar 1967 die SNCFT das südliche Netz übernahm, war der Weg zu einer Vereinheitlichung frei.

In diese Zeit fällt auch der Bau einer direkten Verbindung zwischen Kalaa Sghira und M'Saken. Güterzüge mußten damit nicht mehr den Umweg über Sousse nehmen. In Sousse verläuft die Verbindung zwischen Haupt- und Südbahnhof auf Straßenniveau durch die Stadt. Sie ist damit ein Flaschenhals für den Schienenverkehr. Fast alle Personenzüge über Sousse hinaus fahren deshalb ebenfalls direkt über die Spange Kalaa Sghira – M'Saken.

Nach dem alles dominierenden Phosphat ist Zement das zweitwichtigste Ladegut der Eisenbahn in Tunesien. Die Zementfabriken in Enfidah und Gabes haben Anschlußgleise zur Küstenbahn.


Kartographie: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Digitale Bearbeitung: Rudolf Barth, frei nutzbar unter Lizenz CC BY 2.0
© Trägerverein HST e.V.
Photos, Text und Gestaltung: Rudolf Barth